1912-1925

Der Anfang und die Gründungsjahre

Als im Jahre 1903 der Fußballverein Westfalia in Altena den Spielbetrieb aufnahm, konnte noch niemand ahnen, dass sich aus diesem „Häuflein Fußballbegeisterter“ einmal ein Verein mit heute 100- jähriger Tradition entwickeln würde. Der Verein Westfalia verlor einige Jahre später mehrere Spieler und musste den Spielbetrieb einstellen. Mit einer Anzeige im Altenaer Kreisblatt wurden Spieler für einen neuen Fußball- Club gesucht. Hier der Wortlaut der Anzeige: „Sportfreunde, die sich für die Gründung eines Fußball- Clubs interessieren, werden gebeten, sich dieserhalb Samstag abend, 9.30 Uhr, im Gasthof Behle einfinden zu wollen. -Mehrere Sportfreunde-“. Diese Versammlung fand am 23. März 1912 statt, und damit lag das Gründungsdatum des VfB Altena fest. Die erste Eintragung ins Vereinsregister des Amtgerichts Altena erfolgte allerdings erst am 4. November 1921, sie wurde am 25. April 1935 vom DFB bestätigt. Damals war Altena eine Hochburg der Turner. 1860 war als erster Verein der MTV Altena gegründet worden. 1886 folgte der TV Städtisch- Rahmede, 1889 der TV Germania Altena und 1909 der TV Deutsche Eiche Altena. Die Fußballer hatten es sehr schwer, sich durchzusetzen. Am 9. Juni 1912 trat der VfB Altena erstmals mit einem Wettspiel an die Öffentlichkeit. Das Spiel gegen Iserlohn endete 0:0. Fritz Holthaus war der erste Vorsitzende bei der Gründung des VfB. Zu den Gründungsmitgliedern zählten:Paul Friele, Wilhelm Trippe, Albert Hussing und Adolf Gieshoff. Darüber hinaus liegt die Gründerzeit weitgehend im Dunkeln. Der damalige Vorsitzende Fritz Holthaus schrieb im Jahre 1962, im hohen Alter, einen Brief an den VfB, in dem es unter anderem heißt: „Nicht alle Kreise der Stadt standen der Einführung des Fußballsports in Altena ablehnend gegenüber. Eine sehr starke Unterstützung, und nicht nur moralischer Art, erhielten wir durch einen größeren Teil der Schüler der oberen Klassen des Gymnasiums. Nicht nur auswärtige Spieler sympathisierten mit uns, es waren auch Söhne bekannter Altenaer Familien.“ Auch die Altenaer Industrie unterstützte damals den Fußballsport. Schon im Herbst des Gründungsjahres erfuhr der VfB Altena durch den Zugang einiger guter Fußballspieler, die in den Altenaer Industrieunternehmen Arbeit fanden, weitere Unterstützung. Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, musste der VfB seinen Spielbetrieb einstellen. Fünf Mitglieder der 1. Fußballmannschaft fielen auf den Schlachtfeldern. Doch schon 1919 wurde der Spielbetrieb wieder aufgenommen. Ein völliger Neuaufbau war notwendig, da alle Spielgeräte, Kluften und Bälle nicht mehr aufzutreiben waren. Die Vorsitzenden wechselten mehrfach, bis 1920 A. vom Hagen an die Spitze gewählt wurde. Vorher hatte im Jahre 1919 schon eine VfB-Mannschaft, jetzt erstmals in den blau-weißen Vereinsfarben, Spiele gegen Nachrodt, Werdohl, Oestrich und Westig ausgetragen. Renommierte Clubs des Lennetals waren damals Neuenrade, Werdohl und Plettenberg. Ein altes Protokollbuch berichtet ab 8. Januar 1920 authentisch über das Vereinsgeschehen. Der VfB hatte 152 Mitglieder und einen Vorstand, dem 22 Fußballbegeisterte angehörten. 

Ab 1922 wurde der Bau eines neuen Sportplatzes forciert. Der Ehrenvorsitzende des VfB Altena, Franz Westerwell, hatte daran entscheidenden Anteil. Seine Bemühungen, die Stadt Altena zum Bau eines Sportplatzes zu animieren, hatten keinen Erfolg. Daraufhin ging Franz Westerwell eigene Wege. Persönlich hatte er ein gutes Verhältnis zu einem Großgrundbesitzer der Burgstadt, dem Baron von Carlowitz. In mehreren Gesprächen erreichte Westerwell, dass der VfB eine Fläche von 6641 Quadratmetern Ackerland am Pragpaul für eine Jahresmiete von 1500 Mark nutzen konnte. Da die Pachtzahlung vom Verein nicht aufgebracht werden konnte, kam von Carlowitz dem Club entgegen. Der Verein musste die Miete zwar jedes Jahr bezahlen, erhielt den Betrag aber in Form einer Spende zurück. Nach der Kornernte im Jahre 1922 begann der VfB Altena „in Hand- und Spanndiensten“ seiner Mitglieder, das Ackerland am Pragpaul in einen Sportplatz umzuwandeln. Dabei wurde täglich schwarze Asche von der Elektromark zum Pragpaul gekarrt, wo die Asche mit einer Fünfzehn-Tonnen-Walze als Sportplatzdecke aufgebracht wurde. Nach sechsmonatiger Bauzeit hatten es die zahlreichen Helfer geschafft: Die Tore konnten errichtet und der Platz abgegrenzt werden. Mit schwerem Bauholz wurde sogar ein Zaun um den Sportzplatz gebaut. Nachdem der VfB 1923 auch eine Umkleide- und Gerätehalle am Sportplatz erstellt hatte, endete das Mietverhältnis zwischen dem Verein und von Carlowitz recht bald. Ab 30. April 1925 ging das Grundstück, auf dem der Sportplatz lag, in den Besitz der Stadt Altena über. Auf dem bisher vom VfB allein genutzten Sportplatz fanden dann auch regelmäßig Handballspiele statt.