1916-1945

Vereinsentwicklung

Als der Verein zehn Jahre alt geworden war, wurde er Meister der Kreisliga im Fußball. Er trat regelmäßig mit vier Senioren- und drei Jugendmannschaften zu Punktspielen an. Ein Jahr später wurden auch eine Handballmannschaft gegründet und eine Leichtathletikabteilung ins Leben gerufen. Seinen 15. Geburtstag feierte der VfB Altena 1927 mit 700 Gästen im „Westfälischen Hof“. Wie damals bei ähnlichen Anlässen üblich, marschierte ein langer Festzug vom Bungern zum Pragpaul, wo die VfB Handballer und –Fußballer Großveranstaltungen durchführten. Rechtzeitig zum Fest war den Fußballern der Aufstieg in die Bezirksklasse gelungen, in der sie sich bis 1934 behaupteten. Presseberichten ist zu entnehmen, dass in diesen Jahren bei fast allen Heimspielen 2000 und mehr Zuschauer den Pragpaul säumten.

Sepp Herberger in Altena

1934 führte der Fußballverband eine neue Klasseneinteilung ein. Der VfB Altena wurde mit Lüdenscheid 08, Lüdenscheid-Höh, Eiringhausen, Neuenrade und Bärenstein in die 1. Kreisklasse eingestuft. Ein Jahr später kam ein damals noch unbekannter Mann nach Altena. Er führte auf dem Pragpaul einen Lehrgang für Jugend Mannschaftsführer aus dem südwestfälischen Raum durch. Es war Sepp Herberger, der einst legendäre Trainer der Deutschen Fußball Nationalmannschaft. Es begann die Zeit, in der der Sport nicht mehr ganz frei von politischen Tendenzen war. Franz Westerwell legte nach 15-jähriger Arbeit als erster Vorsitzender sein Amt nieder. Fritz Becker wurde sein Nachfolger. Zum 25-jährigen Jubiläum im Jahre 1937, wurde Westerwell in besonderer Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden des VfB Altena ernannt. In sportlicher Hinsicht gab es einen Höhepunkt in der VfB Geschichte. Die Fußballer wurden Kreismeister und schafften den Aufstieg in die Bezirksklasse. Neue Gegner des VfB Altena waren jetzt DSC Hagen, Hagen 10, Lüdenscheid 08, Hüsten 09, Wetter 10 und Menden 09. Fast wäre der VfB im ersten Jahr aus der Bezirksklasse wieder abgestiegen. Erst im letzten Spiel wurde die Klasse gesichert.

Sportbetrieb im zweiten Weltkrieg eingestellt

Die nächste Fußball-Saison wurde überschattet vom Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Da fast alle VfB-Spieler Soldat werden mussten, wurde das sportliche Leben empfindlich gestört. Der Handballsport kam völlig zum Erliegen, nur die Fußballer konnten behelfsmäßig weiterspielen. Fast während der gesamten Kriegszeit von 1939 bis 1945 konnten nur Spiele gegen Vereine aus dem eigenen Kreisgebiet ausgetragen werden. Regelmäßig kamen aber auch Mannschaften aus dem Ruhrgebiet ins Sauerland, um ein „bombenloses“ Wochenende zu verbringen. Ältere Spieler, gelegentlich auch Fronturlauber, bildeten dann die VfB-Mannschaft. Bis 1944 konnte der VfB seinen Spielbetrieb in dieser Form abwickeln; zum Ende des Jahres wurde er „auf höhere Weisung“ total eingestellt. Damals sollten „alle Räder für den Sieg“ rollen. Das Chaos nach dem Krieg traf auch den VfB hart: 37 seiner aktiven Mitglieder waren auf den verschiedensten Schlachtfeldern Europas gefallen.