1945-1958

Ende des 2.Weltkriegs und der Wiederaufbau

Am Ende des Zweiten Weltkrieges waren die deutschen Städte von Fliegerbomben zerstört. Millionen von Menschen kehrten nicht in ihre Heimat zurück. Die Bevölkerung war ausgehungert, es fehlte an Kleidung, an Hausrat, katastrophal war die Wohnungsnot. Es dauerte sehr lange, bis das deutsche Wirtschaftswunder realisiert war. Der wirtschaftliche Gesundungsprozess wurde erst 1948 mit der Währungsreform eingeleitet. Altena gehörte bei Kriegsende zur britischen Besatzungszone. Die „Tommies“, die die Deutschen zu Demokraten umschulen wollten, verboten zunächst jedes Vereinsleben. Dennoch bat Franz Westerwell am 10. September 1945 die Militärregierung in Altena, dem VfB Altena die Wiederaufnahme seiner Tätigkeit zu gestatten. Ein sportfreudiger Captain genehmigte diesen Antrag. Bereits am 1. August 1945 hatte eine Versammlung des VfB stattgefunden, bei der Moritz Steinwasser zum ersten Vorsitzenden gewählt worden war. In den nächsten Wochen und Monaten kamen immer mehr Soldaten aus den Kriegsgefangenenlagern in die Heimat zurück und der VfB nahm bald seinen Spielbetrieb am Pragpaul wieder auf. 

1951 unternahmen Spieler des VfB Altena eine Reise an den Bodensee. Ganz links der damalige Vorsitzende Moritz Steinwasser, in heller Spielkleidung die Aktiven K. Bialucha, H. Arndt, E. Röse, H. Bast, H. Kaltenbrunn, K. Mintenbeck, F. Reppel, H. Springob (hinten von links) sowie G. Klimke, W. Grüber und W. Becker (knieend).

Die ersten Fußbälle wurden aus alten Beständen zusammengeflickt, ähnlich ging man bei der Beschaffung von Fußballschuhen vor. In einer Zeit, in der es keine öffentlichen Veranstaltungen gab, wurde der Fußballsport in Altena praktisch zum einzigen Wochenendvergnügen der Bevölkerung. Die ersten Spiele in den Jahren 1946 bis 1948 lockten 3000 bis 5000 Zuschauer zum Pragpaul, auf dem zunächst auch noch die SpV Nachrodt spielen musste, da der Nachrodter Sportplatz ein riesiger Parkplatz von Fahrzeugen der aufgelösten deutschen Armee war. Moritz Steinwasser gewann für den Wiederaufbau des VfB viele wertvolle Mitarbeiter, die den alten Stamm ergänzten und verstärkten. Nach den ersten Privatspielen begannen 1946 auch wieder Punktekämpfe. Der VfB wurde der 1. Kreisklasse zugeteilt. Auf offenen Lastwagen mit Holzgasantrieb fuhr die Mannschaft zu Auswärtsspielen. Emil Sohn sorgte für den Transport und die Spieler waren am Ende froh, wenn ihnen Hermann Kuchta ein Brot mit nach Hause gab, das die karge Ernährung aufbesserte. Das wurde mit dem Jahr 1948 anders, als die Währungsreform normale Verhältnisse einleitete. In diesem Jahr lagen der TuS Halver und der VfB Altena punktgleich an der Spitze der 1. Kreisklasse. Es kam zu zwei Entscheidungsspielen. Die Partie in Halver endete 2:2, in Altena gewannen die Blau- Weißen mit 6:2. In der Bezirksklasse hat sich der VfB dann viele Jahre behauptet. 1951 verdankte die 1. Mannschaft dem Fabrikanten Fritz Graetz eine achttägige Reise an den Bodensee. Ein Jahr zuvor hatte Heinz Hübenthal die damalige A-Jugend bis zur südwestfälischen Vizemeisterschaft geführt. Die Mitgliederzahl war in diesen Jahren auf 320 angestiegen. 1950 erschien auch erstmals eine Vereinszeitung des VfB, die monatlich herausgebracht wurde. Ein Jahr später stellte diese Zeitung fest, dass es in der vergangenen Saison 51 Spiele mit 31 Siegen und 14 Niederlagen gegeben hatte. Die Mannschaft hatte 164 Tore geschossen. Moritz Steinwasser ließ das erste Winterfest auf der Burg Altena feiern. Fußballobmann Karl Müller übte in den Club-Informationen öffentliche Kritik an seinem Kader. 1951 unternahm H.G. Sauer mit der Schülermannschaft des VfB erstmals eine zehntägige Ferienfahrt nach Eslohe im Sauerland. Diese Fahrten wurden von ihm später auf alljährliche, bis zu drei Wochen dauernde Jugend-Urlaubsreisen in den Schwarzwald und nach Österreich „ausgebaut“. Als H.G. Sauerden VfB verließ, setzten Hans Menz und Wilhelm Wiggediese für den Altenaer Nachwuchs so attraktiven Fahrtenfort, so dass die VfB-Jugendlichen auf diese Weise bis nach Jugoslawien kamen. In den 50er-Jahren trat die in der Nachkriegszeit so erfolgreiche 1. Mannschaft nach und nach vom grünen Rasen ab. Krieg und Nachkriegszeit hatten dazu geführt, dass der Kader der „Ersten“ erheblich überaltert war. Der VfB konnte auf eine ganze Anzahl junger Spieler zurückgreifen, die inzwischen aus der eigenen Jugendabteilung herangewachsen waren, in der Alfred Brüninghaus fast 25 Jahre beispielhaft wirkte. 1952 fand im Westfälischen Hof die 40-Jahr-Feier statt. Moritz Steinwasser, der unter den Gästen Landrat Hesse und viele Vertreter der Stadt Altena begrüßen konnte, stellte heraus, dass der VfB mit seinen zehn Fußballmannschaften die meisten aktiven Mitglieder aller Fußballvereine zwischen Hagen und Siegen hatte. Das Jubiläumsspiel gegen Preußen Berlin fand in einer groß angelegten Sportwoche statt.