1974-1994

Höhepunkt in der Geschichte des VfB Altena

Den unbestrittenen Höhepunkt in der Geschichte des VfB Altena markierte der Aufstieg ins Oberhaus des westfälischen Amateurfußballs, den die Blau-Weißen im Frühjahr 1974 schafften. Nach einem zeitweise sehr engen Kopf-an- Kopf-Rennen mit dem TuS Jahn Werdohl gelang der damals von Werner Schumacher trainierten Mannschaft der Sprung in die Verbandsliga.

Gerd-Otto Schmoll, Wolfgang Wüllner, Wolfgang Schaefer, Domenico Damiani, Rudolf Henke, Hans-Jürgen Andexer, Klaus Bellok, Jörg Olten, Klaus Linne, Uwe Dahmen, Manfred Weisen, Gerhard Schrödter, Hans-Jürgen Wilke, Gerd Broschk, Wolfgang Wirminghaus, Udo Brieden, Ingo Lemiesz, Peter Kandula, Dieter Olten und Jürgen Hein bildeten damals das erfolgreiche Team, in dem nur wenige „echte“ Altenaer standen. So hatten Andexer, Broschk, Dahmen, Dieter Olten, Bellok, Damiani und Wirminghaus 1971 aus Dortmund den Weg ins Lennetal gefunden, ehe ein Jahr später mit Jörg Olten und Kandula noch zwei weitere „Ruhrpötter“ folgten. Als die Burgstädter 1968/69 unter der Regie von Coach Dr. Pavlovic in die Landesliga aufgestiegen waren, hatte mit Ferdi Häpp lediglich ein Akteur im Kader gestanden, der nicht aus Altena kam. In seiner Meister-Saison 1973/74 hielt den VfB auch über Gebühr großes Verletzungspech nicht vom Weg in die Verbandsliga ab. Als Stützpfeiler erwies sich vor allem die Abwehr, die mit 27 Toren die mit Abstand wenigsten Gegentreffer hinnehmen musste. 

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Mit dieser Mannschaft ging der neue Verbandsligist in die Spielzeit 1976/77: Rieske, Olten, Dr. Schiltz, Sikora, Lünsdorf, Andexer, Bellok, Trainer Dr. Pavlovic (obere Reihe von links), Wüllner, Schmoll, Kassner, Jülich, Wendland, Schaefer, Wilke, Konditionstrainer Guthoff (mittlere Reihe), Nietsch, Papageridis, Kühn, Fischer, Hörster, Triantafilidis, Schulte und Torwarttrainer Schulz (untere Reihe).

Bester Torschütze war der zwölf Mal erfolgreiche Hans-Jürgen Andexer, der übrigens zu den VfBern zählt, denen auch der Sprung ins Profi-Lager glückte. Als äußerst stimmungsvoll dürften die Mitglieder der Aufstiegsmannschaft noch heute die anschließenden Feierlichkeiten in Erinnerung haben: Beim „Triumphzug“ durch die Innenstadt säumten die Altenaer Bürger die Straßen und feierten „ihre Helden“. Zu den herausragenden Ereignissen der folgenden Verbandsliga- Zeit zählten die Spiele gegen den „Erzfeind“ Rot-Weiß Lüdenscheid. Am alten Pragpaul mussten seinerzeit Steinstufen errichtet werden, um mehr als 5000 Zuschauern, die sich zum prestigeträchtigen Derby eingefunden hatten, Platz zu bieten. Apropos Pragpaul: Mit einem Freundschaftsspiel gegen den damaligen Bundesligisten Fortuna Düsseldorf (2:9) wurde Anfang Dezember 1977 das neue Kunstrasen-Spielfeld im Reinecke-Stadion offiziell eingeweiht. Drei Jahre lang waren die Altenaer fester Bestandteil der Verbandsliga, ehe mit Beginn der Serie 1978/79 ein neues Kapitel im deutschen Fußball aufgeschlagen wurde: Mit der Oberliga Westfalen nahm erstmals eine eingleisige höchste Amateurklasse den Spielbetrieb auf. In einem wahren Foto-Finish ließ der VfB Altena den Nachbarn TuS Iserlohn am letzten Verbandsliga-Spieltag 1977/ 78 noch knapp hinter sich und sicherte sich die Teilnahme an zwei Entscheidungsspielen um die Oberliga-Qualifikation. Im ersten Duell mit dem TuS Harsewinkel mussten die Burgstädter eine 1:2-Niederlage hinnehmen, drehten im Rückspiel vor heimischem Publikum jedoch den Spieß um. 5:2 hieß es am Ende für den VfB – die Schützlinge von Trainer Ingo Lemiesz, der vier Jahre zuvor noch als aktiver Spieler am Verbandsliga-Aufstieg beteiligt gewesen war, hatten die Oberliga-Fahrkarte gelöst. In der Oberliga hielt sich der VfB Altena genau drei Spielzeiten. Dann musste der Verein die Erfahrung machen, dass nur mit auswärtigen Spielern der Spielbetrieb nicht zu finanzieren war.

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Mit diesem Spielerkader erreichte der VfB Altena in der Saison 1977/78 den Aufstieg in die höchste Amateurklasse, die Oberliga Westfalen: Pühl, Lünsdorf, Schaefer, Broschk, Bellok (obere Reihe von links), Betreuer Schwarzelühr, Jülich, Müller, Hoffmann, Jakubowski, Wilke, Trainer Lemiesz (mittlere Reihe), Andexer, Labrenz, Wüllner, Zimmermann, Olten (untere Reihe).

Obwohl der VfB vor dem dritten Oberliga-Jahr neun Spieler abgegeben und damit deutlich die Weichen in Richtung Abstieg gestellt hatte, stieg das von Trainer Karl-Heinz Wepner trainierte Team nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses gegenüber dem TSV Horst-Emscher ab. Mit dem besiegelten Oberliga Abstieg gab der Verein 13 seiner bisherigen Aktiven für andere Clubs frei und verminderte dadurch seinen Schuldenberg. Für den Neuanfang in der Verbandsliga, mit dem vor der Saison bereits kalkulierten Abstieg in die Landesliga, wurde der Altenaer Sportlehrer Dieter Fröhling als Trainer verpflichtet. Bereits zur Rückserie wurde er von Klaus Bellok als Spielertrainer abgelöst. Dennoch konnte der Abstieg in die Landesliga nicht verhindert werden. In dieser Spielklasse begann in der Saison 1982/83 die Konsolidierung, und der „freie Fall“ wurde gestoppt. Unter dem Spielertrainer Klaus Bellok erreichte das Team in der ersten Landesliga-Saison den sechsten Rang. In der Spielzeit 1983/84 wurde das Team Achter. Nach zwei Jahren gab Klaus Bellok sein Traineramt an Erwin Günther ab, der jedoch in der laufenden Saison bereits von Ingo Lemiesz wieder abgelöst wurde. Es folgten Jahre des Kampfes um den Verbleib in der Landesliga. Im Frühjahr 1994 wurde dann der unrühmliche Höhepunkt mit dem Abstieg in die Bezirksliga erreicht.