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VEREINSGESCHICHTE

DANKSAGUNG

Im Namen des VfB Altena 1912 e.V. möchten wir uns herzlich bei Klaus Bellok für die Bereitstellung aller Informationen, Texte und Fotos bedanken. Die folgenden Artikel wurden anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Vereins im Jahre 2012 von Klaus Bellok verfasst und aus der Ausgabe des Altenaer Kreisblatts entnommen. Wir danken dir für die fast lückenlose Aufarbeitung der Vereinsgeschichte und wissen dein Engagement sehr zu schätzen.

1912 - 1925

DER ANFANG UND DIE GRÜNDUNGSJAHRE

Als im Jahre 1903 der Fußballverein Westfalia in Altena den Spielbetrieb aufnahm, konnte noch niemand ahnen, dass sich aus diesem „Häuflein Fußballbegeisterter“ einmal ein Verein mit heute 100- jähriger Tradition entwickeln würde. Der Verein Westfalia verlor einige Jahre später mehrere Spieler und musste den Spielbetrieb einstellen. Mit einer Anzeige im Altenaer Kreisblatt wurden Spieler für einen neuen Fußball- Club gesucht. Hier der Wortlaut der Anzeige: „Sportfreunde, die sich für die Gründung eines Fußball- Clubs interessieren, werden gebeten, sich dieserhalb Samstag abend, 9.30 Uhr, im Gasthof Behle einfinden zu wollen. -Mehrere Sportfreunde-“. Diese Versammlung fand am 23. März 1912 statt, und damit lag das Gründungsdatum des VfB Altena fest. Die erste Eintragung ins Vereinsregister des Amtgerichts Altena erfolgte allerdings erst am 4. November 1921, sie wurde am 25. April 1935 vom DFB bestätigt. Damals war Altena eine Hochburg der Turner. 1860 war als erster Verein der MTV Altena gegründet worden. 1886 folgte der TV Städtisch- Rahmede, 1889 der TV Germania Altena und 1909 der TV Deutsche Eiche Altena. Die Fußballer hatten es sehr schwer, sich durchzusetzen. Am 9. Juni 1912 trat der VfB Altena erstmals mit einem Wettspiel an die Öffentlichkeit. Das Spiel gegen Iserlohn endete 0:0. Fritz Holthaus war der erste Vorsitzende bei der Gründung des VfB. Zu den Gründungsmitgliedern zählten:Paul Friele, Wilhelm Trippe, Albert Hussing und Adolf Gieshoff. Darüber hinaus liegt die Gründerzeit weitgehend im Dunkeln. Der damalige Vorsitzende Fritz Holthaus schrieb im Jahre 1962, im hohen Alter, einen Brief an den VfB, in dem es unter anderem heißt: „Nicht alle Kreise der Stadt standen der Einführung des Fußballsports in Altena ablehnend gegenüber. Eine sehr starke Unterstützung, und nicht nur moralischer Art, erhielten wir durch einen größeren Teil der Schüler der oberen Klassen des Gymnasiums. Nicht nur auswärtige Spieler sympathisierten mit uns, es waren auch Söhne bekannter Altenaer Familien.“ Auch die Altenaer Industrie unterstützte damals den Fußballsport. Schon im Herbst des Gründungsjahres erfuhr der VfB Altena durch den Zugang einiger guter Fußballspieler, die in den Altenaer Industrieunternehmen Arbeit fanden, weitere Unterstützung. Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, musste der VfB seinen Spielbetrieb einstellen. Fünf Mitglieder der 1. Fußballmannschaft fielen auf den Schlachtfeldern. Doch schon 1919 wurde der Spielbetrieb wieder aufgenommen. Ein völliger Neuaufbau war notwendig, da alle Spielgeräte, Kluften und Bälle nicht mehr aufzutreiben waren. Die Vorsitzenden wechselten mehrfach, bis 1920 A. vom Hagen an die Spitze gewählt wurde. Vorher hatte im Jahre 1919 schon eine VfB-Mannschaft, jetzt erstmals in den blau-weißen Vereinsfarben, Spiele gegen Nachrodt, Werdohl, Oestrich und Westig ausgetragen. Renommierte Clubs des Lennetals waren damals Neuenrade, Werdohl und Plettenberg. Ein altes Protokollbuch berichtet ab 8. Januar 1920 authentisch über das Vereinsgeschehen. Der VfB hatte 152 Mitglieder und einen Vorstand, dem 22
Fußballbegeisterte angehörten. Im Februar 1921 trat die Fußballabteilung des Turnvereins Deutsche Eiche komplett in den VfB Altena ein. Anfang der 20er Jahre hatten die Fußballer Schwierigkeiten mit ihrem Sportplatz Linscheid. Er war oft von der Lenne überspült und die Fläche war zu klein. Ab 1922 wurde der Bau eines neuen Sportplatzes forciert. Der Ehrenvorsitzende des VfB Altena, Franz Westerwell, hatte daran entscheidenden Anteil. Seine Bemühungen, die Stadt Altena zum Bau eines Sportplatzes zu animieren, hatten keinen Erfolg. Daraufhin ging Franz Westerwell eigene Wege. Persönlich hatte er ein gutes Verhältnis zu einem Großgrundbesitzer der Burgstadt, dem Baron von Carlowitz. In mehreren Gesprächen erreichte Westerwell, dass der VfB eine Fläche von 6641 Quadratmetern Ackerland am Pragpaul für eine Jahresmiete von 1500 Mark nutzen konnte. Da die Pachtzahlung vom Verein nicht aufgebracht werden konnte, kam von Carlowitz dem Club entgegen. Der Verein musste die Miete zwar jedes Jahr bezahlen, erhielt den Betrag aber in Form einer Spende zurück. Nach der Kornernte im Jahre 1922 begann der VfB Altena „in Hand- und Spanndiensten“ seiner Mitglieder, das Ackerland am Pragpaul in einen Sportplatz umzuwandeln. Dabei wurde täglich schwarze Asche von der Elektromark zum Pragpaul gekarrt, wo die Asche mit einer Fünfzehn-Tonnen-Walze als Sportplatzdecke aufgebracht wurde. Nach sechsmonatiger Bauzeit hatten es die zahlreichen Helfer geschafft: Die Tore konnten errichtet und der Platz abgegrenzt werden. Mit schwerem Bauholz wurde sogar ein Zaun um den Sportzplatz gebaut. Nachdem der VfB 1923 auch eine Umkleide- und Gerätehalle am Sportplatz erstellt hatte, endete das Mietverhältnis zwischen dem Verein und von Carlowitz recht bald. Ab 30. April 1925 ging das Grundstück, auf dem der Sportplatz lag, in den Besitz der Stadt Altena über. Auf dem bisher vom VfB allein genutzten Sportplatz fanden dann auch regelmäßig Handballspiele statt.

1926 - 1945

Vereinsentwicklung

Als der Verein zehn Jahre alt geworden war, wurde er Meister der Kreisliga im Fußball. Er trat regelmäßig mit vier Senioren- und drei Jugendmannschaften zu Punktspielen an. Ein Jahr später wurden auch eine Handballmannschaft gegründet und eine Leichtathletikabteilung ins Leben gerufen. Seinen 15. Geburtstag feierte der VfB Altena 1927 mit 700 Gästen im „Westfälischen Hof“. Wie damals bei ähnlichen Anlässen üblich, marschierte ein langer Festzug vom Bungern zum Pragpaul, wo die VfB Handballer und –Fußballer Großveranstaltungen durchführten. Rechtzeitig zum Fest war den Fußballern der Aufstieg in die Bezirksklasse gelungen, in der sie sich bis 1934 behaupteten. Presseberichten ist zu entnehmen, dass in diesen Jahren bei fast allen Heimspielen 2000 und mehr Zuschauer den Pragpaul säumten.

Sepp Herberger in Altena

1934 führte der Fußballverband eine neue Klasseneinteilung ein. Der VfB Altena wurde mit Lüdenscheid 08, Lüdenscheid-Höh, Eiringhausen, Neuenrade und Bärenstein in die 1. Kreisklasse eingestuft. Ein Jahr später kam ein damals noch unbekannter Mann nach Altena. Er führte auf dem Pragpaul einen Lehrgang für Jugend Mannschaftsführer aus dem südwestfälischen Raum durch. Es war Sepp Herberger, der einst legendäre Trainer der Deutschen Fußball Nationalmannschaft. Es begann die Zeit, in der der Sport nicht mehr ganz frei von politischen Tendenzen war. Franz Westerwell legte nach 15-jähriger Arbeit als erster Vorsitzender sein Amt nieder. Fritz Becker wurde sein Nachfolger. Zum 25-jährigen Jubiläum im Jahre 1937, wurde Westerwell in besonderer Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden des VfB Altena ernannt. In sportlicher Hinsicht gab es einen Höhepunkt in der VfB Geschichte. Die Fußballer wurden Kreismeister und schafften den Aufstieg in die Bezirksklasse. Neue Gegner des VfB Altena waren jetzt DSC Hagen, Hagen 10, Lüdenscheid 08, Hüsten 09, Wetter 10 und Menden 09. Fast wäre der VfB im ersten Jahr aus der Bezirksklasse wieder abgestiegen. Erst im letzten Spiel wurde die Klasse gesichert.

Sportbetrieb im zweiten Weltkrieg eingestellt

Die nächste Fußball-Saison wurde überschattet vom Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Da fast alle VfB-Spieler Soldat werden mussten, wurde das sportliche Leben empfindlich gestört. Der Handballsport kam völlig zum Erliegen, nur die Fußballer konnten behelfsmäßig weiterspielen. Fast während der gesamten Kriegszeit von 1939 bis 1945 konnten nur Spiele gegen Vereine aus dem eigenen Kreisgebiet ausgetragen werden. Regelmäßig kamen aber auch Mannschaften aus dem Ruhrgebiet ins Sauerland, um ein „bombenloses“ Wochenende zu verbringen. Ältere Spieler, gelegentlich auch Fronturlauber, bildeten dann die VfB-Mannschaft. Bis 1944 konnte der VfB seinen Spielbetrieb in dieser Form abwickeln; zum Ende des Jahres wurde er „auf höhere Weisung“ total eingestellt. Damals sollten „alle Räder für den Sieg“ rollen. Das Chaos nach dem Krieg traf auch den VfB hart: 37 seiner aktiven Mitglieder waren auf den verschiedensten Schlachtfeldern Europas gefallen.
Das 15-jährige Bestehen des VfB Altena feierten die Mitglieder unter anderem mit einem Festzug durch die Innenstadt. Unser Foto zeigt die Festzugteilnehmer in der Kirchstraße.
Legendärer Fußballlehrer : Sepp Herberger

1945 - 1958

Ende des 2.Weltkriegs und der Wiederaufbau

Am Ende des Zweiten Weltkrieges waren die deutschen Städte von Fliegerbomben zerstört. Millionen von Menschen kehrten nicht in ihre Heimat zurück. Die Bevölkerung war ausgehungert, es fehlte an Kleidung, an Hausrat, katastrophal war die Wohnungsnot. Es dauerte sehr lange, bis das deutsche Wirtschaftswunder realisiert war. Der wirtschaftliche Gesundungsprozess wurde erst 1948 mit der Währungsreform eingeleitet. Altena gehörte bei Kriegsende zur britischen Besatzungszone. Die „Tommies“, die die Deutschen zu Demokraten umschulen wollten, verboten zunächst jedes Vereinsleben. Dennoch bat Franz Westerwell am 10. September 1945 die Militärregierung in Altena, dem VfB Altena die Wiederaufnahme seiner Tätigkeit zu gestatten. Ein sportfreudiger Captain genehmigte diesen Antrag. Bereits am 1. August 1945 hatte eine Versammlung des VfB stattgefunden, bei der Moritz Steinwasser zum ersten Vorsitzenden gewählt worden war. In den nächsten Wochen und Monaten kamen immer mehr Soldaten aus den Kriegsgefangenenlagern in die Heimat zurück und der VfB nahm bald seinen Spielbetrieb am Pragpaul wieder auf. Die ersten Fußbälle wurden aus alten Beständen zusammengeflickt, ähnlich ging man bei der Beschaffung von Fußballschuhen vor. In einer Zeit, in der es keine öffentlichen Veranstaltungen gab, wurde der Fußballsport in Altena praktisch zum einzigen Wochenendvergnügen der Bevölkerung. Die ersten Spiele in den Jahren 1946 bis 1948 lockten 3000 bis 5000 Zuschauer zum Pragpaul, auf dem zunächst auch noch die SpV Nachrodt spielen musste, da der Nachrodter Sportplatz ein riesiger Parkplatz von Fahrzeugen der aufgelösten deutschen Armee war. Moritz Steinwasser gewann für den Wiederaufbau des VfB viele wertvolle Mitarbeiter, die den alten Stamm ergänzten und verstärkten. Nach den ersten Privatspielen begannen 1946 auch wieder Punktekämpfe. Der VfB wurde der 1. Kreisklasse zugeteilt. Auf offenen Lastwagen mit Holzgasantrieb fuhr die Mannschaft zu Auswärtsspielen. Emil Sohn sorgte für den Transport und die Spieler waren am Ende froh, wenn ihnen Hermann Kuchta ein Brot mit nach Hause gab, das die karge Ernährung aufbesserte. Das wurde mit dem Jahr 1948 anders, als die Währungsreform normale Verhältnisse einleitete. In diesem Jahr lagen der TuS Halver und der VfB Altena punktgleich an der Spitze der 1. Kreisklasse. Es kam zu zwei Entscheidungsspielen. Die Partie in Halver endete 2:2, in Altena gewannen die Blau- Weißen mit 6:2. In der Bezirksklasse hat sich der VfB dann viele Jahre behauptet. 1951 verdankte die 1. Mannschaft dem Fabrikanten Fritz Graetz eine achttägige Reise an den Bodensee. Ein Jahr zuvor hatte Heinz Hübenthal die damalige A-Jugend bis zur südwestfälischen Vizemeisterschaft geführt. Die Mitgliederzahl war in diesen Jahren auf 320 angestiegen. 1950 erschien auch erstmals eine Vereinszeitung des VfB, die monatlich herausgebracht wurde. Ein Jahr später stellte diese Zeitung fest, dass es in der vergangenen Saison 51 Spiele mit 31 Siegen und 14 Niederlagen gegeben hatte. Die Mannschaft hatte 164 Tore geschossen. Moritz Steinwasser ließ das erste Winterfest auf der Burg Altena feiern. Fußballobmann Karl Müller übte in den Club-Informationen öffentliche Kritik an seinem Kader. 1951 unternahm H.G. Sauer mit der Schülermannschaft des VfB erstmals eine zehntägige Ferienfahrt nach Eslohe im Sauerland. Diese Fahrten wurden von ihm später auf alljährliche, bis zu drei Wochen dauernde Jugend-Urlaubsreisen in den Schwarzwald und nach Österreich „ausgebaut“. Als H.G. Sauerden VfB verließ, setzten Hans Menz und Wilhelm Wiggediese für den Altenaer Nachwuchs so attraktiven Fahrtenfort, so dass die VfB-Jugendlichen auf diese Weise bis nach Jugoslawien kamen. In den 50er-Jahren trat die in der Nachkriegszeit so erfolgreiche 1. Mannschaft nach und nach vom grünen Rasen ab. Krieg und Nachkriegszeit hatten dazu geführt, dass der Kader der „Ersten“ erheblich überaltert war. Der VfB konnte auf eine ganze Anzahl junger Spieler zurückgreifen, die inzwischen aus der eigenen Jugendabteilung herangewachsen waren, in der Alfred Brüninghaus fast 25 Jahre beispielhaft wirkte. 1952 fand im Westfälischen Hof die 40-Jahr-Feier statt. Moritz Steinwasser, der unter den Gästen Landrat Hesse und viele Vertreter der Stadt Altena begrüßen konnte, stellte heraus, dass der VfB mit seinen zehn Fußballmannschaften die meisten aktiven Mitglieder aller Fußballvereine zwischen Hagen und Siegen hatte. Das Jubiläumsspiel gegen Preußen Berlin fand in einer groß angelegten Sportwoche statt.

1951 unternahmen Spieler des VfB Altena eine Reise an den Bodensee. Ganz links der damalige Vorsitzende Moritz Steinwasser, in heller Spielkleidung die Aktiven K. Bialucha, H. Arndt, E. Röse, H. Bast, H. Kaltenbrunn, K. Mintenbeck, F. Reppel, H. Springob (hinten von links) sowie G. Klimke, W. Grüber und W. Becker (knieend).

1959 - 1973

VfB steigt 1969 in die Landesliga auf

Erstaunlich war, dass sich die Mannschaft in der folgenden Spielzeit in derselben Besetzung mit deutlichem Abstand den Wiederaufstieg in die Bezirksklasse erkämpfte. Damals waren Spieler aus der eigenen Jugend herangewachsen, die viele Jahre für den VfB Altena spielten. Neben Wilhelm Wigge, Hubert Fuchs, Heino Springob, Günter Klimke, Heinz Richardt und Alfred Packruhn, um nur einige zu nennen, kamen jetzt auch Heinz-Gerd Vormann, Dieter Sudbrack, Hubert Thomas, und Uli Dammann in die erste Mannschaft des VfB, in der sie zwölf Jahre und länger der Altenaer Sportjugend ein Vorbild waren. Fast wäre schon 1966 der Aufstieg in die Landesliga geglückt, als man vier Spieltage vor Schluss nur noch zwei Punkte zum Titelgewinn benötigte. Doch eine Mannschaftskrise trug dazu bei, dass das in greifbare Nähe gerückte Ziel doch nicht erreicht wurde. Als der VfB 1968 unter Rechtsanwalt Hubert Droste einen neuen Vorstand bildete, wurden abermals alle Kräfte des Vereins mobilisiert.


Mit Trainer Dr. Pavlovic wurde ein ganz hervorragender Fußball-Lehrer verpflichtet, der die an Lebensjahren verhältnismäßig alte VfB Mannschaft zu Höchstleistungen anspornte. 16 Spiele lang blieb der VfB unter dem neuen Trainer unbesiegt. Gegen Ende der Saison war der VfB Tabellenführer und es kam zu einem Kuriosum in der Vereinsgeschichte. Im März 1969 wurde Trainer Dr. Pavlovic abgelöst. Sportlehrer Karlheinz Sanden übernahm das Amt und der VfB holte mit einem Punkt Vorsprung vor der Spvg. Olpe den Gruppenmeistertitel und sicherte sich den Aufstieg in die Landesliga Südwestfalen. Das erste Jahr in der Landesliga bestritt der VfB mit denselben Spielern, die auch den Aufstieg in diese Klasse geschafft hatten. Lediglich Alfons Sikora stieß zum Kader der „Ersten“ hinzu. Mit dem vierten Rang hatte der Neuling am Ende der Saison einen ausgezeichneten Einstand gegeben.


Auch im zweiten Landesliga-Jahr hielten sich die Altenaer beachtlich. Die Mannschaft unter Trainer Werner Hengstebeck konnte zwar nicht ganz an die Leistungen der Vorsaison anknüpfen, der Klassenverbleib geriet dennoch nicht in Gefahr.  Der Club kam dann aber in eine prekäre Situation, denn abgesehen von Wolfgang Schaefer war in den vorherigen drei Jahren kein Spieler aus der eigenen Jugend in den Kader der „Ersten“ hineingewachsen. Außerdem erhielt Alfons Sikora zum Ende der Saison einen Lizenzspieler-Vertrag bei Borussia Dortmund. Für das dritte Landesliga-Jahr wurde Trainer Karl-Heinz Wepner aus Dortmund verpflichtet und eine ganze Anzahl junger Spieler kam nach Altena. Im 60. Jahr der VfB Geschichte führte Trainer Wepner die Altenaer nach einem harten Zweikampf mit dem Gruppenmeister SC Neheim-Hüsten auf Platz zwei – mit zehn Punkten Vorsprung auf den Tabellendritten der Landesliga Südwestfalen.

Der VfB Altena gewann 1968 mit dieser Mannschaft sensationell im Innsbrucker Olympiastadion gegen den damaligen österreichischen Vize-Meister Wacker Innsbruck mit 2:1. Unser Foto Zeit von links: Schöne, Dr.Pavlovic, Schulte, Dephilipp, Kühl, Klinke, Dammann, Häpp, Schwarzkopf, Schulte, Vormann sowie knieend Palla, Kovacs,Sudbrack, Hempfner, Beuthner und Brieden.

Die erste Mannschaft des VfB Altena vor dem entscheidenden Spiel um die Landesliga-Süd-Meister­schaft in Neheim im Jahre 1972. Die Begegnung endete nach 90 dramatischen Minuten vor 4000 Zu­ schauern 1:1-Unentschieden. Vor dem Quatier in Langscheid / Sorpesee stellten sich: Trainer Wepner, Kulow, Betreuer Schwarzelühr, Dahmen, Schaefer, Sudbrack, Broschk, Brieden, Bellok, Damiani, Konetzko, Dammann, Olten, Henke und Andexer (von links).

1973 - 1994

Den unbestrittenen Höhepunkt in der Geschichte des VfB Altena markierte der Aufstieg ins Oberhaus des westfälischen Amateurfußballs, den die Blau-Weißen im Frühjahr 1974 schafften. Nach einem zeitweise sehr engen Kopf-an- Kopf-Rennen mit dem TuS Jahn Werdohl gelang der damals von Werner Schumacher trainierten Mannschaft der Sprung in die Verbandsliga.

Gerd-Otto Schmoll, Wolfgang Wüllner, Wolfgang Schaefer, Domenico Damiani, Rudolf Henke, Hans-Jürgen Andexer, Klaus Bellok, Jörg Olten, Klaus Linne, Uwe Dahmen, Manfred Weisen, Gerhard Schrödter, Hans-Jürgen Wilke, Gerd Broschk, Wolfgang Wirminghaus, Udo Brieden, Ingo Lemiesz, Peter Kandula, Dieter Olten und Jürgen Hein bildeten damals das erfolgreiche Team, in dem nur wenige „echte“ Altenaer standen. So hatten Andexer, Broschk, Dahmen, Dieter Olten, Bellok, Damiani und Wirminghaus 1971 aus Dortmund den Weg ins Lennetal gefunden, ehe ein Jahr später mit Jörg Olten und Kandula noch zwei weitere „Ruhrpötter“ folgten. Als die Burgstädter 1968/69 unter der Regie von Coach Dr. Pavlovic in die Landesliga aufgestiegen waren, hatte mit Ferdi Häpp lediglich ein Akteur im Kader gestanden, der nicht aus Altena kam. In seiner Meister-Saison 1973/74 hielt den VfB auch über Gebühr großes Verletzungspech nicht vom Weg in die Verbandsliga ab. Als Stützpfeiler erwies sich vor allem die Abwehr, die mit 27 Toren die mit
Mit dieser Mannschaft ging der neue Verbandsligist in die Spielzeit 1976/77: Rieske, Olten, Dr. Schiltz, Sikora, Lünsdorf, Andexer, Bellok, Trainer Dr. Pavlovic (obere Reihe von links), Wüllner, Schmoll, Kassner, Jülich, Wendland, Schaefer, Wilke, Konditionstrainer Guthoff (mittlere Reihe), Nietsch, Papageridis, Kühn, Fischer, Hörster, Triantafilidis, Schulte und Torwarttrainer Schulz (untere Reihe).
Abstand wenigsten Gegentreffer hinnehmen musste. Bester Torschütze war der zwölf Mal erfolgreiche Hans-Jürgen Andexer, der übrigens zu den VfBern zählt, denen auch der Sprung ins Profi-Lager glückte. Als äußerst stimmungsvoll dürften die Mitglieder der Aufstiegsmannschaft noch heute die anschließenden Feierlichkeiten in Erinnerung haben: Beim „Triumphzug“ durch die Innenstadt säumten die Altenaer Bürger die Straßen und feierten „ihre Helden“. Zu den herausragenden Ereignissen der folgenden Verbandsliga- Zeit zählten die Spiele gegen den „Erzfeind“ Rot-Weiß Lüdenscheid. Am alten Pragpaul mussten seinerzeit Steinstufen errichtet werden, um mehr als 5000 Zuschauern, die sich zum prestigeträchtigen Derby eingefunden hatten, Platz zu bieten. Apropos Pragpaul: Mit einem Freundschaftsspiel gegen den damaligen Bundesligisten Fortuna Düsseldorf (2:9) wurde Anfang Dezember 1977 das neue Kunstrasen-Spielfeld im Reinecke-Stadion offiziell eingeweiht. Drei Jahre lang waren die Altenaer fester Bestandteil der Verbandsliga, ehe mit Beginn der Serie 1978/79 ein neues Kapitel im deutschen Fußball aufgeschlagen wurde: Mit der Oberliga Westfalen nahm erstmals eine eingleisige höchste Amateurklasse den Spielbetrieb auf. In einem wahren Foto-Finish ließ der VfB Altena den Nachbarn TuS Iserlohn am letzten Verbandsliga-Spieltag 1977/ 78 noch knapp hinter sich und sicherte sich die Teilnahme an zwei Entscheidungsspielen um die Oberliga-Qualifikation. Im ersten Duell mit dem TuS Harsewinkel mussten die Burgstädter eine 1:2-Niederlage hinnehmen, drehten im Rückspiel vor heimischem Publikum jedoch den Spieß um. 5:2 hieß es am Ende für den VfB – die Schützlinge von Trainer Ingo Lemiesz, der vier Jahre zuvor noch als aktiver Spieler am Verbandsliga-Aufstieg beteiligt gewesen war, hatten die Oberliga-Fahrkarte gelöst. In der Oberliga hielt sich der VfB Altena genau drei Spielzeiten. Dann musste der Verein die Erfahrung machen, dass nur mit auswärtigen
Mit diesem Spielerkader erreichte der VfB Altena in der Saison 1977/78 den Aufstieg in die höchste Amateurklasse, die Oberliga Westfalen: Pühl, Lünsdorf, Schaefer, Broschk, Bellok (obere Reihe von links), Betreuer Schwarzelühr, Jülich, Müller, Hoffmann, Jakubowski, Wilke, Trainer Lemiesz (mittlere Reihe), Andexer, Labrenz, Wüllner, Zimmermann, Olten (untere Reihe).
Spielern der Spielbetrieb nicht zu finanzieren war. Obwohl der VfB vor dem dritten Oberliga-Jahr neun Spieler abgegeben und damit deutlich die Weichen in Richtung Abstieg gestellt hatte, stieg das von Trainer Karl-Heinz Wepner trainierte Team nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses gegenüber dem TSV Horst-Emscher ab. Mit dem besiegelten Oberliga Abstieg gab der Verein 13 seiner bisherigen Aktiven für andere Clubs frei und verminderte dadurch seinen Schuldenberg. Für den Neuanfang in der Verbandsliga, mit dem vor der Saison bereits kalkulierten Abstieg in die Landesliga, wurde der Altenaer Sportlehrer Dieter Fröhling als Trainer verpflichtet. Bereits zur Rückserie wurde er von Klaus Bellok als Spielertrainer abgelöst. Dennoch konnte der Abstieg in die Landesliga nicht verhindert werden. In dieser Spielklasse begann in der Saison 1982/83 die Konsolidierung, und der „freie Fall“ wurde gestoppt. Unter dem Spielertrainer Klaus Bellok erreichte das Team in der ersten Landesliga-Saison den sechsten Rang. In der Spielzeit 1983/84 wurde das Team Achter. Nach zwei Jahren gab Klaus Bellok sein Traineramt an Erwin Günther ab, der jedoch in der laufenden Saison bereits von Ingo Lemiesz wieder abgelöst wurde. Es folgten Jahre des Kampfes um den Verbleib in der Landesliga. Im Frühjahr 1994 wurde dann der unrühmliche Höhepunkt mit dem Abstieg in die Bezirksliga erreicht.

1995 - 2018

Kampf um den Wiederaufstieg

Nach sechs Jahren auf Bezirksebene schaffte der VfB Altena im Sommer 2000 wieder den Sprung in die Landesliga, unrühmlicher Höhepunkt der Vereinsgeschichte war dann in der Saison 2005/2006 der Abstieg in die Kreisliga A. Mit diesem sechsten und letzten Teil der AK-Serie aus Anlass des 100- jährigen Vereinsjubiläums schließen wir die Berichterstattung über die VfB-Fußballabteilung ab. Unser nächster Bericht befasst sich dann mit den Handballern. Nach dem letzten Abstieg 1994 dümpelte das Aushängeschild des VfB Altena sechs Jahre lang in der Bezirksliga. Aufwärts ging es für die erste Mannschaft erst wieder ab der Saison 1999/2000, an deren Ende schließlich auch die ersehnte Rückkehr in die Landesliga stand. Am Anfang stand aber die Rückkehr eines alten Bekannten: Ingo Lemiesz, einstmals aktiver Spieler im Dress der Blau-Weißen und schon zwei Mal auch als Coach am Pragpaul tätig, begann sein drittes Trainerengagement in der Burgstadt. Mit ihm kam auch der Erfolg zurück. Mit einer Mischung aus altgedienten VfBern wie Michael Thiel, Uwe Goecke, Holger Wolf, Uwe Packruhn oder Martin Klein und Talenten wie Karl Gojski, Robert Krumbholz oder den Hallbauer- Brüdern dominierte der VfB mit teilweise begeisterndem Offensivfußball die Bezirksliga. Auch ein Fünf- Punkte-Abzug, zu Stande gekommen durch den Einsatz eines nicht spielberechtigten Akteurs, stoppte die Altenaer auf dem Weg zurück in die Landesliga nicht. Dort avancierte die Lemiesz-Truppe auf Anhieb zu einer festen Größe – das dokumentieren Tabellenplatz vier in der Saison 2000/2001 und Rang fünf in der darauffolgenden Serie. Auf

Früher erfolgreicher Torwart und damaliger Trainer der Ersten Mannschaft  : Martin Klein
Grund der mangelnden finanziellen Möglichkeiten war der Abstieg aus der Landesliga in der Saison 2003/ 2004 unvermeidlich. Nach einem Jahr in der Bezirksliga mit dem Abschluss auf dem vierten Tabellenplatz folgte in der Saison 2005/2006 dann der unrühmliche Höhepunkt in der Geschichte des Traditionsvereins: Der VfB Altena musste in die Kreisliga A absteigen und spielt seitdem in dieser Klasse. Zwar hatte die Mannschaft damit geliebäugelt, bis zum Jubiläumsjahr wieder den Aufstieg in die Bezirksliga realisieren zu können, bei teilweise enttäuschenden Platzierungen in den vergangenen Jahren (7. Platz Saison 2006/07, jeweils 9. Platz Saison 2007/08 und 2008/09), (3. Platz Saison 2009/10, 7. Platz Saison 2010/2011) ist dies bislang aber nicht gelungen. 
Für den VfB lief es weiterhin nicht erfolgreich.  Nach einer schwachen Saison 2016/2017 traf der VfB als A-Liga-Drittletzter auf den Kreisliga-B-Vizemeister SC Lüdenscheid II. Es ging um den letzten noch freien Platz in der Kreisliga A für die kommende Saison 2017/2018. Die Bergstädter siegten mit 4:1 (2:0). Altena war damit künftig ein weißer Fleck auf der A-Liga-Landkarte. In der folgenden Saison gelang der Mannschaft jedoch der direkte Wiederaufstieg als Tabellenzweiter der Kreisliga B, begünstigt durch die Tabellensituation in den höheren Spielklassen. Mit einem neuen Trainer, vielen jungen Spielern und einer breit aufgestellten Jugendabteilung versucht man künfitg zurück zu den Wurzeln zu gelangen.
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MEHR ALS 100 JAHRE TRADITION

EINE STADT, EIN VEREIN, EINE LEIDENSCHAFT

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