Karl Mintenbeck

Aufschwung in den 70er Jahren

Mit einem Namen ist der in den 70er Jahren eigeleitete Aufschwung beim VfB Altena ganz eng verbunden: Karl Mintenbeck. Seine Vorfahren stammen aus Wiblingwerde, er selbst wurde am 4. 11. 1929 in Bochum geboren.

Dem Sport war Mintenbeck, dessen Trainerlizenz die Unterschrift von Sepp Herberger trug und der 1940 sogar für den Olympiakader der Fußballer vorgesehen war, Zeit seines Lebens verbunden. Nach dem zweiten Weltkrieg kam er über Allendorf/Sorprsee, wo er als Spielertrainer fungierte. Die damaligen Verantwortlichen des VfB, in erster Linie Heinrich Hübenthal, sorgten für seinen Wechsel in der Burgstadt. Als Spielertrainer und Spielführer fand er im VfB Altena seine neue sportliche Heimat. Sein Engagement brachte es mit sich, dass er sich im gesamten westfälischen Fußballbereich einen Namen machte.

Sein berufliches Standbein fand er im damaligen Verlag P.A. Santz, in dem er sich vom Schriftsetzer bis zum Chef-Redakteur und darüber hinaus zum Herausgeber und Mitinhaber hocharbeitete. Als Journalist hat er das kommunalpolitische Leben in Altena und Nachrodt prägend und kritisch begleitet. Unvergessen sind seine deftigen Kommentare, die über Jahrzehnte hinweg im Altenaer Kreisblatt das ,,Salz in der Suppe” des täglichen Redaktionslebens bedeuteten.

Karl_Mintenbeck
Er war ein Mann mit vielen ,,Ecken und Kanten”, aber er hatte ein untrügliches Gespür dafür, alles, was ihm nicht ,,astrein” erschien, zu ergründen. Das weckte seine Neugier, Spornte ihn an und lockte ihn hinter die Kulissen. Das ,,Jagdfieber” des Journalisten Karl Mintenbeck war geweckt, der Leser erfuhr aktuell und detailliert viel Wissenswertes, vorder- und hintergründiges, Gutes und Schlechtes, kurz alles, was interessant, berichtens- und kommentierenswert war. So enthüllte er beispielsweise auch den Skandal um den ehemaligen Gemeindedirektor Krüger in Nachrodt.
 
Im VfB Altena zeigte er über Jahrzehnte hinweg als Vorstandsmann und ab 1969 als Führungsratvorsitzender die Richtung an. Er galt als ,,der” Verfechter für den Großsportverein in Altena und war von der Richtigkeit seines Handels überzeugt. Davon ließ er sich weder von Freund noch Feind abbringen. Zum Teil hat er diese Wünsche in die Tat umsetzen können, als er Mitte der 70er Jahre, die Sparten Schach, Tischtennis, Handball und sehr später auch noch American Football in den bisherigen Fußballverein VfB Altena holte. Das Sportförderprogramm der Stadt Altena und die entsprechenden Richtlinien gehen nicht zuletzt auf Anregung zurück, die Karl Mintenbeck gab.
Nicht alles, was ihm vorschwebte und was er in die Tat umsetzen wollte, ist ihm gelungen. Nicht alles lief so, wie er sich das vorstellte. Dennoch hat eine ganze Menge bewirkt und bewegt. Stellvertretend dafür sei hier nur die Neugestaltung des Sportplatzes am Pragpaul und die Errichtung einer Kunstrasenfläche in Altena genannt. Vielen jungen Fußballern hat er beruflich den Weg geebnet und sie in verantwortungsvolle Positionen gebracht. In der Regel arbeiteten bis zu sechs Leitungsträger der VfB-Fußballer in seinem Unternehmen. So war es möglich, dass sich der Club einige Jahre in der Verbandsliga behaupten konnte.
 
Das jähe Ende seines journalistischen Wirkens Ende der 70er Jahre war für ihn persönlich ein schwerer Schlag. Seine Aktivitäten konnte diese Entwicklung jedoch nicht stoppen. Unter anderem war er auch noch beruflich für den Kommunalverband Ruhrgebiet tätig. In dieser Zeit verfasste er auch zwei Bücher. Mit ,,Es begann 1948″ die Geschichte des Ruhrgebietssports im Spiegel der Presse und mit ,,Olympia und das Ruhrgebiet” ein Buch über alle Olympiateilnehmer und Olympiasieger des Ruhrgebietes seit 1896.

Karl Mintenbeck wurde für seine Verdienste mit der Goldenen Ehrennadel des VfB Altena ausgezeichnet, erhielt die Goldene Verdienstnadel des Fußballkreises Lüdenscheid und des Westdeutschen Fußballverbandes. Von der Stadt Altena wurde er mit dem Ehrensiegel sowie der Ehrenplakette bedacht. Er starb in der Nacht zum 1.Oktober 1990 im Alte von 69 Jahren. Seine Weggenossen werden sich noch lange an ihn erinnern. Die Zahl derer, die ihm beruflich oder sportlich viel verdanken, ist groß. Der VfB Altena wird ihn nie vergessen.